Biografie
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| Der Autor ist ein Teilnehmer des Biografie-Projekts "Das ist mein Leben" der GGT. | |||||||||
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Einkauf Geld war in dieser Zeit in der Familie praktisch nicht vorhanden. Die geringe Unterstützung, die die Mutter bekam, reichte gerade, um die Nahrung zu bezahlen, die auf "Lebensmittelkarten“ zugeteilt war. Glücklicherweise lieferte ihre kleinstbäuerliche Wirtschaft viele Erzeugnisse nicht nur für die eigene familiäre Versorgung sondern darüber hinaus auch zum Einsatz als "Zahlungsmittel“. Dank der fleißigen Hühner und auf Grund der einfachen Stückelung standen an erster Stelle wohl die "Eiermünzen“. Aber auch mit Speckstreifen, ein paar Krügen Milch oder für wertvollere Waren, wie Unterwäsche oder Bekleidung für die Kinder, wurde schon mal mit einem Huhn, oder gelegentlich gar einem Kaninchen bezahlt. Zur rationierten Versorgung der Bevölkerung gehörten auch "Raucherkarten“. Welch ein Glück für die Mutter, die nicht rauchte! Gern kauften ihr die Raucher des Dorfes die Marken ab. Wenn Marlen zum Einkaufen in den Dorfkonsum geschickt wurde, sagte sie die Waren, die sie holen sollte, nacheinander auf: eine Tüte Zucker, einen Becher Honig – das war Kunsthonig – oder Melasse – eine bräunliche, zähflüssige klebrige Süßmasse -, ein Pfund Salz, ein Pfund Magarine... Sie vergaß nie etwas. Das Wechselgeld, das sie herausbekam, legte sie in den hellen Küchenschrank, oben links, wo die Tassen standen. Hier hatte man es immer parat, wenn mal etwas kassiert wurde, wie Gemeindesteuern oder Schornsteinfegergebühren. Und selbstverständlich hatte sich keiner daran "zu vergreifen“! Nie wäre dem Mädchen in den Sinn gekommen, ein paar Groschen oder auch nur Pfennige für sich zu behalten. Einmal, sie war wegen verschiedener Besorgungen in die Stadt geschickt worden, stellte sie nach Erledigung ihrer Wege fest, dass sie fünf Mark zu wenig in der Geldbörse hatte, die eigentlich übrig geblieben sein mussten. In Gedanken ging sie noch mal alle Geschäfte durch, in denen sie gewesen war: Apotheke, Kurzwarenladen, Post... Sie konnte nicht herausfinden, wo oder ob sie zu wenig zurückbekommen oder ob sie es verloren hatte. Je mehr sie grübelte, desto verzweifelter wurde sie. Es war ein Unglück, ein furchtbares Unglück! Je näher sie ihrem Zuhause kam, um so elender wurde ihr. Sie packte die mitgebrachten Waren vor der Mutter auf den Küchentisch. "Sag mal, wie siehst du denn aus?“ – "Mir ist schlecht, mir ist so schlecht.“ Sie griff nach dem Portemonnaie... "Leg’s in den Schrank.“ Erleichtert, dass die Mutter nichts weiter wissen wollte, kroch sie für den Rest des Tages ins Bett. Aber den Hader mit sich selbst, die unendliche Verzweifelung über ihr Missgeschick konnte sie nicht abstreifen. Noch nach Wochen und Monaten krampfte sich ihr das Herz zusammen, wenn sie über den Verlust nachdachte. Und selbst viel später noch blitzte die Erinnerung über diesen Vorfall in ihr auf mit dem Gedanken: "Das hätte nicht passieren dürfen!“ In Zukunft würde sie noch besser aufpassen müssen. Die Gelegenheit kam bald. Die Küchenwanduhr war stehen geblieben und ließ sich nicht mehr aufziehen. Außer dem großen Wecker auf dem Nachttisch neben dem Bett der Mutter war es die einzige Uhr in der Wohnung. Man musste sehen, ob sie der Uhrmacher schnell in Ordnung bringen könnte. "Marlen, Frieder, wenn ihr mit dem Essen fertig seid, nehmt ihr meine alte Einkaufstasche und bringt die Uhr nach Walthershausen, zu Junghans. Das ist da auf der linken Seite. Das kennt jeder“, sagte die Mutter, um möglichen Einwänden gleich vorzubeugen. "Hier auf dem Zettel stehen noch ein paar Kleinigkeiten. Die bringt ihr mit. Sieh zu, dass ihr nichts vergesst!“ Sie drückte Marlen zwanzig Reichsmark in die Hand. "Hm“, das Mädchen nickte. "Oh, da können wir doch auch in den Eisgarten gehen!“, platzte Frieder heraus. Den gab es tatsächlich in der Stadt; das Eis hier schmeckte unbeschreiblich! Für fetthaltiges oder Sahneeis musste man allerdings "Buttermarken" abgeben. Aber ihnen schmeckte es auch ohne Fett – köstlich! "Meinetwegen.“ Die Mutter konnte nichts dagegen einwenden; gerade Eis essen war eine ihrer großen Leidenschaften. Und wenn sie mit den Kindern in der Stadt war, führte ihr Weg fast immer dort hin. In kurzer Zeit hatten die Geschwister ihre Aufträge erledigt. Jetzt schlenderten sie langsam stadtabwärts, um unterhalb des Claustores durch eine Gasse zu dem Eiscafe zu gelangen. Genau an dieser Abzweigung befand sich ein Spielzeuggeschäft mit zwei großen Schaufenstern. Die mussten sie sich unbedingt erst noch ansehen! Da gab es wirklich alles, was das Herz begehrte: vom Ball über Püppchen, Teddys und großen Puppen, von Holzklötzchen bis zum Stabilbaukasten und bis zur Eisenbahn. "Da! Guck mal, ein ganzer Bauernhof zum Aufbauen!“ Tatsächlich, da waren Pferdewagen, Gebäude, Zäune, Bäume, Kühe, Schweine, Gänse, Hühner, sogar ein Bauer mit Gabel und die Bäuerin mit einem Rechen. Ob das alles zusammen gehörte? "Den muss ich haben, den brauch ich. Los den kauf mer!“ "Der ist bestimmt teuer. Da krieg mer Ärger.“ – "Ach, Mensch, nüscht darf mer. Der is aber soo schööön... – Und außerdem will ich ihn ja gar nich für mich allein. Mir könn‘ ja alle darmit spielen.“ Ja, das Spielzeug war wunderschön und sie könnten gemeinsam damit spielen. Diesmal war sie mit dem Bruder einer Meinung. Sie ordnete in Gedanken die Preisschilder zu. Hier: 8,30 RM – achtmarkdreißig sollte der Bauernhof kosten. Das war nicht zu teuer für das viele Zubehör. Sie dachte kurz und scharf nach. Wenn sich jeder für drei Mark Eis essen würde, wären sechs Mark weg und hinterher hätten sie nicht mehr. Dieser Kauf wäre nur zwei Mark dreißig teurer, und sie hätten für viele Feiertage – auch im nächsten Jahr noch ein schönes Spielzeug. Das würde sie zu Hause vertreten können. Sie machte dem Bruder den entsprechenden Vorschlag. Noch nie hatte er so leicht auf eine Nascherei verzichtet! Strahlend breitete der Junge zu Hause auf dem Küchentisch die Anschaffung aus. Fast gleichzeitig betonten die Kinder, dass sie ihr "Eisgeld“ dafür verwendet hatten. Es war keine Rüge zu hören. Das Mädchen registrierte es mit leichtem Erstaunen. Drei Tage später verlor das alte Geld seine Gültigkeit. Für zehn Reichsmark – 10 RM – gab es in der Währungsreform von 1948 eine Mark! Marlen genoss das Spiel mit den Figuren. Voll Genugtuung dachte sie an den Kauf: für 83 Pfennig ein solches Ensemble! |
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Mehr DetailsStand: 09.02.12
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SOL-Merkblatt „Corporate Design“
Die Begriffe „Corporate Identity“ und „Corporate Design“ hat sicherlich
jeder schon einmal gehört. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesen
englischsprachigen Fachausdrücken und welche Rolle spielen sie für Inter-netcafés
und Bildungseinrichtungen? – Antworten auf diese Fragen soll das neue PR-Merkblatt
mit dem Titel „Corporate Design“ geben.
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