Biografie
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| Der Autor ist ein Teilnehmer des Biografie-Projekts "Das ist mein Leben" der GGT. | |||||||||
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Liebe Ilse und Hilde Heute (18. September 2000) ist es ein besonderer Tag für mich: mein Sohn hat seinen 58. Geburtstag. Gestern aber schon trafen wir uns und hatten große Freude. Und nun ist das Fernsehen hier im Stephanus-Haus und besucht mich in meiner Kemenate. Auch das macht Spaß! Zuhause in Bielefeld hätte ich kaum eine solche Ehre gehabt. Schön schreiben kann ich nicht mehr, habe seit 30 Jahren P.c.P (chronisches Rheuma). Ich bin trotzdem alt geworden, 96 Jahre. Dem lieben Gott danke ich, daß er mich bis dahin gut geleitet hat. Der 139. Psalm, Vers. 5, ist mein schützendes Geheimnis. Jetzt erst einmal Pause bis 30. September 1944. Heute vor 56 Jahren, genau um 14 Uhr, war es ein ebenso schöner Herbsttag wie heute. Sehr schön hatte der Tag begonnen: Um 11 Uhr traf mein Mann bei uns ein. Er mußte noch in einem Fliegerhorst bei Fürth / Nürnberg Kriegsdienst leisten und ich hatte für ihn trotz totaler Urlaubssperre des Hitler einen Sonderurlaub beim Wehrbezirkskommando erwirkt. Was hatte er alles von Bayern mitbringen können: 1 Ente, 100 Eier, 1 Seite Speck, Butter und mehr. Er legte diese Sachen auf den Tisch in der Spülküche. Unserer Oma gingen fast die Augen über. Aber die Bomben haben es uns nicht gegönnt. Um 14 Uhr schrillte unser Polizeifunk: sofort in den Keller! Brandbomben auf Bielefeld sind schon gesetzt. Wilhelm sprang auf, nur bekleidet mit Hose, Weste und Pantoffeln, rannte ins Schlafzimmer, nahm den Hansel im Schlafanzug aus dem Bettchen, ich hinterdrein ohne etwas in der Hand, nur die Treppe hinunter. Dort angekommen, verdunkelte sich schon der Himmel und es blitzte und krachte. In 10 Minuten war alles vorbei und überall nur Feuer und Feuersturm. Der Keller unterm Lagerhaus war stabil, oben aber auch alles ausgebrannt und langsam krochen wir durch ein Kellerfenster und liefen in alle Himmelsrichtungen auseinander. Keiner wußte mehr vom anderen, wo er war. Ich fand mich wieder im Untersuchungsgefängnis Bielefeld, und nach und nach traf meine Gruppe mit Hansel ein, Wilhelm und die Oma suchten sich gegenseitig. Aber alle waren wir unverletzt mit dem nackten Leben davongekommen. Das ist fast ein Dokument geworden und sollte eigentlich ein Gratulationsbrief an Cousine Anna werden. Übrigens die ist 88-jährig inzwischen verstorben. Nun wird der Brief wieder ins Gegenwärtige gebracht. Ich danke sehr für diesen Besuch. Er war für mich eine Sternstunde und das Hochgefühl, sich nach so langer Zeit mal wieder gesehen zu haben, hält bis heute an. Als Hilde in meiner Zimmertür stand, erkannte ich sie sofort, glaubte an einen Wunschtraum. Das ein Besuch so glücklich machen kann! Dir, Ilse, herzlichen Dank für alle guten Gaben. Bei der Gelegenheit erfuhr ich, daß Mäxchen eine Cousine Franka bekommen hat - ein schöner deutscher Name! Für Hilde habe ich am Sonntag etwas Schönes kaufen können, sehr niedlich. Verteile es an die Kinder, wie es am besten passt. Ich mußte diese schönen Dinge immer wieder in die Hand nehmen und begucken. Hoffentlich nicht zu klein und für weitere Kinderchen bestimmt. Leite alles in meinem Namen weiter. Ich kann ja nicht mehr schön schreiben. Aber solange ich dieses noch fast lesbar mehr malen als schreiben kann, bin ich bis zum Rest dabei. Drei Jahre bin ich mit Ende des Jahres im Hause und gut aufgehoben. Dann bin ich 97 Jahre und alle wünschen mir, 100 zu werden. Das möchte ich aber auf keinen Fall, denn ich weiß: alt werden ist keine leichte Sache und überhaupt hätte ich nicht für möglich gehalten, daß ich bald an die Hundert reiche. Hoffentlich ist Hilde noch in Beckum und kann dies alles miterleben. Auch die Oelder setze vom Brief in Kenntnis, Ilse muß der Verteiler meiner Wenigkeiten sein und bleiben. Alles wird weniger: die Briefe und Karten, die noch ein wenig Kontakt herstellen. So, nun geht nichts mehr. Macht's gut. Meine besten Gedanken begleiten euch, wo immer ihr auch seid. In aller Verbundenheit und Liebe |
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Das Internetcafé, im BZ Kreuzstraße, verfügt über sieben Arbeitsplätze mit aktueller Win7-PC-Ausstattung und nach Absprache, auch Plätze für den eigenen Laptop. Hier bieten wir fortlaufend PC-Kurse, zum Hausgebrauch, für Mitbürger ab 55 Jahren an....
Mehr DetailsStand: 09.02.12
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