Gute Möbel - gut für die Umwelt
Ein Blick an den Straßenrand zu Sperrmüllzeiten verrät es: ausgediente Möbelstücke belasten unsere Abfalldeponien. 1 Million Tonnen alte Schränke, Tische, Stühle, Sofas und Betten werden Jahr für Jahr in Deutschland entsorgt. Dabei ist die Regel einfach: je billiger ein Möbelstück hergestellt und je trendiger das Design ist, desto schneller mutiert es zu Müll.Während Hersteller von Billigmöbeln ("SB-Ware") auf der Internationalen Möbelmesse in Köln ihren Produkten eine Verweildauer beim Kunden von 5-10 Jahren zubilligten ("Und das ist schon viel zu lange, wenn Sie meinen Umsatz befragen würden!"), bleiben werthaltige (teure) Möbelstücke 15, 20 Jahre oder ein Leben lang beim Käufer. "Der aufwendig gefertigte Massivholzschrank von heute ist die Antiquität von morgen!" lautet nicht nur Werbespruch von Markenherstellern, sondern auch die Überzeugung von Umweltschützern.
Möbel mit einer langen Haltbarkeit und Wertbeständigkeit:
- Entlasten unsere Müllverbrennungsanlagen bzw. -deponien
- Sparen Rohstoffe, sauberes Wasser und Energie bei der Herstellung
Gute Möbel sind schadstoffgeprüft (von unabhängigen Instituten!) und bewahren ein gutes Raumklima, sorgen für Feuchtigkeitsausgleich und lassen sich auch nach dem dritten Umzug genauso gut aufbauen wie nach dem Kauf.
Für gute Möbel lassen sich jederzeit Ersatzteile nachkaufen. Wenn eine Schublade der Kommode kaputt ist, muss nicht gleich ein Neukauf her oder eine teure Maßanfertigung in Auftrag gegeben werden. Selbst sehr an "Nachhaltigkeit" orientierte Hersteller gewähren zwar keine Nachkaufgarantie von 20 Jahren wie die Markengeschirrhersteller, aber das Sortiment bleibt lange stabil und damit auch die Möglichkeit ein Ersatzteil ohne Spezialanfertigung zu bekommen. Auf jeden Fall sollte danach schon beim Möbelkauf fragen! Trendige Billigmöbel dagegen können nach Eigenauskunft schon im Jahr nach dem Kauf nicht mehr mit Ersatzteilen reparierbar sein. Bei einem roten Lackfolienmöbel hilft einem da auch kein Handwerker weiter.
Forstämter in NRW versuchen verstärkt, die sogenannte rotkernige Buche zu vermarkten. Die Verwendung dieses sehr lebhaften Holzes hat viel mit Naturschutz zu tun: nur über 100jährige Bäume entwickeln einen roten Kern. Weil es dafür früher Preisabschläge gab, ließen Waldbesitzer die Buchen gar nicht so alt werden. Ein gesundes Waldökosystem braucht aber alte Bäume, für Tiere und Pflanzen. Wer rotkernige oder Strukturbuche kauft, hilft also dem Wald.
Holz ist nicht gleich Holz: wer sicher gehen möchte, dass seine Holzmöbel nicht aus Monokulturen oder aus Kahlschlagforstwirtschaft kommt, kann sich am unabhängig zertifizierten Umweltlabel "FSC" (Forest Stewartship Council) orientieren. Bei Gartenmöbel ist es schon ziemlich häufig, aber auch für den Wohnbereich hält zum Beispiel ein großes Versandhandelshaus einige Artikel bereit.
Das Umweltzeichen "Blauer Engel" ist für besonders umweltfreundliche und schadstoffgeprüfte Produkte verfügbar. Allerdings setzen nur wenige Hersteller dieses gut etablierte Zeichen ein. Eine komplette Liste auch von Fußboden- und Lattenrostherstellern bietet eine Broschüre des Umweltbundesamt:
http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2040.pdf
http://www.blauer-engel.de/downloads/Ratgeber_Wohnen.pdf
Quelle: WDR/Leonardo













