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Tempel, Burgen & Paläste

Ausstellung im Hetjens-Museum/Deutsches Keramikmuseum vom 19. August bis 21. November

Von Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf

Unter dem Titel "Tempel, Burgen & Paläste – Architektur auf Keramik" präsentiert das Hetjens-Museum in einer Studioausstellung erstmals die Geschichte und Bedeutung von Architekturdarstellungen auf Keramik vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Ausstellung ist vom 19. August bis 21. November im Keramikmuseum an der Schulstraße zu sehen.

Seit dem 16. Jahrhundert wurden erzählende Darstellungen auf Keramik häufig in einen landschaftlichen Kontext eingegliedert. Als grafische Vorlagen dienten Kupferstiche und Holzschnitte. Zuweilen wurden die Landschaften als Fantasiebilder auch frei erfunden. Zu den Landschaftsdarstellungen gehörten von Beginn an Architekturmotive. So spielen religiöse Szenen auf Siegburger Steinzeug des 16. Jahrhunderts teilweise vor einem reichen architektonischen Hintergrund, für dessen bühnenartigen Aufbau die gesamte Gefäßhöhe ausgenutzt wurde.

Bauliche Elemente wie Säulen waren zudem beliebte Gestaltungsmittel, um verschiedene Szenen in einzelne Bildfelder zu gliedern oder figürliche Bildnisse voneinander zu trennen. Zur gleichen Zeit verwandten die Maler aus der italienischen Stadt Urbino bei ihrer Majolika die gesamte Oberfläche eines Tellers für das Sujet einer in die Landschaftsszene eingebetteten Architektur.

Um 1700 wurden im Westerwald zunehmend Krüge mit Ansichten berühmter Städte hergestellt. Bei den Gefäßen handelte es sich um Sonderanfertigungen für Kaufleute, die an Reisende als Andenken verkauft wurden.


Im frühen 19. Jahrhundert entwickelten sich Stadtansichten und Sehenswürdigkeiten zu beliebten Motiven auf Porzellan. Speziell die Architektur-Malerei der Porzellane aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin zeichnete sich durch eine hohe künstlerische Qualität aus, und die Gebäude wurden außergewöhnlich sorgfältig und detailgetreu wiedergegeben. Viele dieser Stücke dienten repräsentativen oder auch patriotischen Zwecken. Als Vorlage für das Sujet des Berliner Stadtbildes sind hier vor allem die Stiche von Johann Georg Rosenberg aus dem 18. Jahrhundert zu nennen. Daneben gab es auch Auftragsarbeiten mit Architekturansichten für den privaten Gebrauch. Hierbei handelte es sich meist um Landschaften oder Denkmale, die aus der Heimat der Kunden stammten oder die sie auf Reisen gesehen hatten.


Anders als bei Glas, können bildliche Motive auf keramischen Werkstoffen aus farbtechnischer Sicht besonders lebendig und dauerhaft aufgetragen werden. Architekturdarstellungen auf Keramik stellen heute Dokumente dar, die weder im Sonnenlicht vergilben, noch durch Feuchtigkeit zerstört werden. Durch den Siegeszug der Fotografie hat die Landschaftsmalerei als kunsthandwerkliche Tradition an Bedeutung verloren. Ihre Fortsetzung findet sie in den Gedenktellern und seriell gefertigten Souvenir-Keramiken des 20. und 21. Jahrhunderts. Interessant ist, dass die Architekturdarstellung auf Keramik dem Geschmack der Zeit entsprechend zur Stilisierung
zurückfindet, nun allerdings in druckgrafischer Form.

Die Ausstellung präsentiert mit etwa 70 Exponaten ein breites Spektrum keramischer Erzeugnisse, die im engeren und weiteren Sinne Architektur darstellen. Der Rundgang widmet sich allen im Hetjens-Museum vertretenen Materialgruppen und beleuchtet sie darüber hinaus unter verschiedenen Themen. Als interessanter Nebenzweig der Schau werden Architekturen "aus" Keramik gezeigt. Sie veranschaulichen, dass das Interesse der Keramiker und Auftraggeber an der Darstellung von Architektur weit über die Grenzen der Zweidimensionalität hinausging.


Um die verschiedensten Facetten des Ausstellungsthemas abdecken zu können, wurden hochkarätige Ausstellungsstücke aus bedeutenden Sammlungen entliehen. Zu den Leihgebern gehören die Museen für Angewandte Kunst in Frankfurt und Köln, das Kölnische Stadtmuseum sowie zahlreiche private Sammler.
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