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Sechs Dokumentarfilmer mit „Gerd Ruge Projekt-Stipendium" ausgezeichnet

Zwei Hauptstipendien, vier Incentive-Stipendien vergeben -Überreichung durch Gerd Ruge in Düsseldorf

Von Filmstiftung NRW, Egon Schlesinger
Bereits zum neunten Mal vergab die Filmstiftung NRW traditionell im August das Gerd Ruge Projekt-Stipendium für junge Dokumentarfilmer (Kino). In diesem Jahr fand die Verleihung der Urkunden wieder im Düsseldorfer Malkasten statt. 84 Antragssteller aus der gesamten Bundesrepublik hatten sich um das mit rund 100.000 Euro dotierte Stipendium beworben
Düsseldorf, !8.August 2010, Fotos (C) Andrea Matzker. 
Zu den Programmpunkten der Verleihung gehörte neben der Begrüßung durch Claudia Droste-Deselaers, Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW, auch die Präsentation von Ausschnitten aus Dokumentarfilmen, die in der Vergangenheit bereits mit Unterstützung des Gerd Ruge Projekt-Stipendiums realisiert wurden.Am Vortag trat eine unabhängige siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Journalisten und Namensgebers Gerd Ruge in Düsseldorf zusammen und entschied über die zu fördernden Projekte. Die Mitglieder der Jury waren Tina Hassel (WDR, Programm­gruppenleiterin Ausland), Matthias Kremin (Leiter WDR-Programmbereich Kultur und Wissenschaft), Hanns-Georg Rodek (Die Welt), Klaus Schrotthofer (Ge­schäftsführer der Zeitungsgruppe Thüringen), Tamara Trampe (Regisseurin "Weiße Raben") sowie Claudia Droste-Deselaers. Die Jury stimmte dafür, zwei Projekte für das Stipendium auszuwählen, zusätzlich erhalten vier Projekte ein  sogenanntes Incentive-Stipendium. Jakob D. Weydemann, Absolvent der Filmschule Hamburg-Berlin, erhielt ein Stipendium über 30.000 Euro für Die Früchte der Heuchelei", eine animierte Do­kumentation über illegale afrikanische Immigranten, die auf den Obstplantagen Süditaliens arbeiten. Anhand der gewalttätigen Ausschreitungen in der kalabrischen Kleinstadt Rosarno zwischen hunderten Afrikanern und italienischen Dorfbewohnern im Januar 2010, die mit der Deportation der Afrikaner endeten, entwirft der Film ein komplexes Bild dieser humanitären Katastrophe.Ein Appartment in Berlin" von Alice Agneskirchner (Berlin) ist das zweite Pro­jekt, das mit einem Gerd Ruge Projekt-Stipendium (14.000 Euro) ausgezeichnet wurde. Das dokumentarische Filmexperiment ist eine Reise von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück: Der Film handelt von zwei jungen israelischen Juden, die - ausgehend von ihrem heutigen Berliner Leben - in die Vergangenheit eintauchen und anhand der Vermögenserklärung einer deportierten jüdischen Familie die real existierende Wohnung dieser Familie möglichst originalgetreu einrichten.Zusätzlich zu diesen zwei Stipendien verleiht die Filmstiftung NRW vier Incentive-Stipendien:Die Berliner Autorin Anne Thoma erhält 16.000 Euro für ihr Projekt Miles & War", das sich mit dem Alltag von vier Unterhändlern befasst, die bei der Organisation Centre for Humanitarian Dialogue" beschäftigt sind. Ihre Mission ist es, Krieg und bewaffneten Konflikt zu beenden.Money in Minutes" wird als zweites Projekt mit 20.000 Euro ausgezeichnet. Das Projekt der Hamburger Autoren Monika Hielscher und Matthias Heeder ermölicht einen neuen Blick auf den Zusammenhang von Migration und Globalisierung anhand des größten Bargeldtransfer-Dienstleisters der Welt, Western Union. Das dritte Incentive-Stipendium in Höhe von ebenfalls 20.000 Euro geht an die Filmemacher Bernd Schaarmann und Heike Fink (Köln/Wuppertal). Ihr Thema in Nice places to die" ist das Leben mit Toten und die Frage, wie man auf dem Fried­hof und im hautnahen Kontakt mit Toten ein Zuhause finden kann.Seachange" heißt das vierte Incentive-Projekt, das in Höhe von l 5.000 Euro unter­stützt wird. Der Dokumentarfilm von Uwe Teske (Burscheid) zeigt die Situation in dem abgelegenen isländischen Fischerdorf Flateyri, dessen Bewohner nach der Finanzkrise um ihr privates Überleben und den Fortbestand ihres Dorfes kämpfen. Die Hälfte der Einwanderer Flateyris stammt aus Polen.
Das Hauptkriterium für die Auswahl der Filme war nach übereinstimmenden Aussagen von Gerd Ruge und Claudia Droste, dass sie nicht nur, wie auf "YouTube" die Realität abbilden, sondern mit filmischen Mitteln die hinter der Realität stehende Wirklichkeit erläutern und interpretieren


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