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Gerhart Baum wird 75 Jahre alt

Empfang im Kölner Sportmuseum

Von Dr. Egon Schlesinger
Fotos: (C) Andrea Matzker

75. Geb75. Geburtstag Gerhart Baum75. Geburtstag Gerhart BaumEs ist angenehm und beruhigend zu wissen, dass er immer noch präsent ist und sich nicht75. Geburtstag Gerhart Baum völlig ins Private zurückgezogen hat;  Gerhart Rudolf Baum, geboren am 28.10.1932 in Dresden, wird 75 Jahre alt. Dem ehemaligen Bundesinnenminister (1978 bis 1982) sind nach wie vor die Grundrechte wichtig, und er stellt sich immer noch und wieder den Herausforderungen. Zurzeit stellt er sich Diskussionen zur RAF, weil ihm das Thema wichtig ist und nicht die Personen(auch nicht die eigene), obwohl er als international engagierter Menschenrechtler, Rechtsanwalt (vertritt unter anderem in die Opfer des Concorde- und des Ramstein- Unglücks) und Vorsitzender des Kulturrates NRW mehr als einen Vollzeitjob erfüllt. Da haben seine Freunde (Foto rechts mit Dr. Guido Westerwelle, weiterhin Franz Xaver Ohnesorg, Louwrens Langevoort, Prof. Dr. Franz Müller-Heuser, Foto links die Ehepaare Genscher und Kinkel, weiterhin mit Dr. Norbert Burger und Günter Verheugen), mit denen er im Kölner Sportmuseum Geburtstag feierte, fast Glück gehabt, dass das Ereignis auf einen Sonntag fiel. „Mein Freund beeindruckt mich seit Jahren als streitbarer und konsequenter Kämpfer für die Grundrechte und als prinzipientreuer Liberaler", sagt die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie muss es wissen, denn sie hatte mit ihm 2004 und 2006 erfolgreich Verfassungsbeschwerde gegen den " großen Lauschangriff "und gegen das " Luftsicherheitsgesetz" beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Erfolg scheint  Baum auch in Sachen Online-Durchsuchungen sicher. Dass das FDP-Mitglied Gerhart Baum gegen dieses umstrittene Verfassungsschutzgesetz für NRW aus dem Hause eines FDP-Innenministers in unser aller Interesse kämpft, dokumentiert, dass man zeitgemäß auch in der FDP über die Grundrechte hinwegsieht, und der Außenseiter Baum dank seiner Erfahrung mit Hysterie und Aktionismus im  „deutschen Herbst" (" Angst ist der schlechteste Berater"), wie gewohnt beharrlich für seine Position einsteht. Gegen den Widerstand der SPD setzte er 1979 die Abschaffung des" Radikalenerlasses" durch und nahm das Ende seiner Karriere in der FDP in Kauf, als er 1982 für den Erhalt des sozial-liberalen Regierungsbündnisses kämpfte.  Baum wohnt in Köln, stammt aber aus einer Dresdner Anwaltsfamilie. Nach der grausamen Bombennacht des 13. Februar  1945, die er mit 12 Jahren erlebte, flüchtete seine Mutter mit ihm in den Westen. 1954 machte Baum als Klassenbester Abitur in Köln, wo er auch Jura studierte und beide Examen ablegte. Als Bundesvorsitzender der Jungdemokraten (1966 bis 1968) begann er, sich auf dem linken Parteiflügel zu profilieren. Köln wurde zum Kosmos seines Lebens. Was in der Stadt passiert, entgeht ihm nicht. Zur Debatte um die Moschee in Ehrenfeld sagte er: "Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir müssen die Religionsfreiheit verteidigen - für alle." An dieser Stelle sei ihm eine gute Gesundheit gewünscht, damit er in unser aller Interesse weiter für die Grundrechte in unserem Lande und überall mit der ihm eigenen Beharrlichkeit wirken kann. 


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