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"Ich wäre gerne Lehrer geworden"

Der Schauspieler Dieter Bellmann erzählt aus seinem Leben

Hörbeitrag von Irene und Edmund Kreuzner

Dieter BellmannEr kam nicht als  Prof. Gernot Simoni in die „Kümmel Apotheke", Leipzigs renommierte Mädler-Passage. Weder im feinen Nadelstreifen, noch im gediegenen blauen Anzug. Sehr leger und sportlich trifft Dieter Bellmann pünktlich zu unserem Gesprächstermin im Café ein.  Doch in der  „Kümmel Apotheke", ist es zu lebhaft, kein guter Ort für die Aufnahme eines intensiven Gesprächs, eher für ein geselliges Beisammensein. Allerdings, dieses sei nebenbei angemerkt, Besucher der Stadt sollten einen Besuch dort nicht verpassen. Wir sind wir für den Moment nach Leipzig gekommen, um den großen Charakterschauspieler Dieter Bellmann aus seinem Leben erzählen zu lassen .

So begeben wir uns auf einen Spaziergang durch die Leipziger City. Auf dem Weg durch die City zeigt Dieter Bellmann eine weitere Eigenschaft, die eines sehr guten Stadtführers. Es ist ihm sehr deutlich anzumerken, dass Leipzig seine Stadt ist, dass er ‚sein' Leipzig liebt. Dieses kommt nicht von ungefähr. In dieser Stadt hat Dieter Bellmann eine über 30jährige Karriere ge- und erlebt. Er ist in Leipzig eine Theaterlegende, doch dieses Wissen haben wir nicht von ihm. Man muss schon Dritte in Leipzig nach diesem großartigen Schauspieler befragen oder sich  sonst informieren, Bellmann selbst ist da viel zu bescheiden. Da ist er Simoni doch sehr ähnlich, denn auch in dieser Rolle lässt er nur in fachlichen Dingen den Professor erkennen. Sonst ist er eher Kollege, der für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets ein offenes Ohr hat.

Das unreine MalWährend unseres Spaziergangs durch Leipzig wird er fast von sehr vielen Passanten erkannt. Hinter vorgehaltener Hand höre ich eine ältere Dame ihren Begleiter fragen: „Ist das nicht der Bellheim?" Was verwundert ist eigentlich, dass man nirgends nie Frage hört: „Ist das nicht Professor Simoni?" „Der große Bellheim" war übrigens ein TV-Mehrteiler, Bellheim wurde gespielt von Mario Adorf. Nein, Dieter Bellmann ist hier in Leipzig unter seinem Namen bekannt, nicht vordergründig als Rollenfigur der erfolgreichen TV-Serie. Mit Simoni hat Dieter Bellmann schon einige Gemeinsamkeiten, da wäre zunächst sein Charme, sein Humor, die Kunst zuhören zu können. Man merkt ihm durchaus auch Führungsqualitäten an, wie die in seiner Rolle des Klinikchefs. Starallüren sind ihm fremd, er macht eher einen bescheidenen Eindruck. Es fällt auf, dass er auch die Qualitäten seiner Serien-Kolleginnen und Kollegen immer wieder voranstellt.   Dieter Bellmann sagt, nach dem wir einen Platz für unser Gespräch gefunden haben: „Jeder Schauspieler freut sich, wenn er erkannt wird. Schauspieler sind doch alle etwas eitel.“ 

Abgesehen von dieser von ihm beschriebenen Eitelkeit, sind ihm sonstige Starallüren offensichtlich fremd. Man muss ihn schon zu Aussagen über seine großen und langjährigen Theatererfolge animieren, er selbst ist in seinen Aussagen eher bescheiden. Er ist offen und ehrlich. Dieter Bellheim bedauert die Entwicklung der Zeit, bedauert, dass viele Menschen auch in den Bundesländern Mitteldeutschlands einer ‚Ellbogengesellschaft’ angehören. Bellmann ist auch ein sehr sozial engagierter Mensch, was wir allerdings nicht von ihm wissen. Seine Bescheidenheit untersagt es ihm offenbar nach dem Motto zu handeln: ‚Tue Gutes und spricht darüber'. Erst wenn man sich mehr mit dem Leben des Dieter Bellmann beschäftigt, erfährt man, dass er sich durchaus für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben einsetzt, wie zum Beispiel bei der ‚Die Tafel des Herzens' und dort als ehrenamtlicher Helfer, Speisen und Getränke austeilt. Oder man erfährt von dem gemeinsamen Einsatz mit dem Schauspielerkollegen Peter Sodan, für den fairen Handel mit Kaffee.

Geboren 1940 in Dohna/Pirna (Sachsen) absolvierte er seine Ausbildung von 1958 bis 1961 an der Theaterhochschule in Leipzig, an die er später als Gastdozent zurückkehrte. Von 1961 bis 1967 war er am Theater der Jungen Generation in Dresden engagiert. Aus dieser Zeit stammt auch sein Faible für Kinder- und Märchenfilme. So führte er u.a. Regie für die Fernsehproduktionen "Dornröschen", "Hase und Igel", "Die verzauberten Brüder" und "Gavroche". Von 1967 an stand er in unzähligen Rollen sehr erfolgreich auf der Bühne des Leipziger Schauspielhauses, die er 1997 verließ. Seine Regiearbeiten zählten zu den Attraktionen der Leipziger Theaterszene. Nach 30-jähriger Theatererfahrung in der Messestadt gilt er als Leipziger Schauspiellegende. Sein Debüt gab er in dem Film-Klassiker "Die Abenteuer des Werner Holt". Neben anderen bedeutenden DEFA-Spielfilmproduktionen wie "Lachtauben weinen nicht", "Clara Zetkin", "Bankett für Achilles" und Volksentscheid" wirkte Dieter Bellmann in mehr als 40 Fernsehproduktionen. In Fernsehfilmen brillierte er (u.a. in vielen Folgen der Reihe "Polizeiruf 110" sowie in der Leipziger Tatort-Produktion "Verhängnisvolle Begierde") und zeichnete rund 20 Hörspiele pro Jahr auf. Seine "unsichtbare" Karriere begann schon während der Studienzeit: Für eine Mark pro Seite sprach er Bücher auf Tonband für die Zentralbücherei für Blinde. Kurz danach kam er in die Stimmenkartei der DEFA-Synchron. Schnell wurde die sonore Stimme des dialektfreien Sachsen einem Millionenpublikum bekannt. Als Synchronsprecher lieh er sie Alain Delon, Donald Sutherland, dem Gaucho der Marx Brothers, Jean Paul Belmondo, James Mason und Jonathan Price. Außerdem inszenierte Dieter Bellmann zahlreiche Kabarett-Produktionen.

Dem Kabarett hält er bis heute die Treue, sein "Loriot-Abend" läuft erfolgreich in der Leipziger "Funzel". Zudem arbeitet er als Sprecher für die unterschiedlichsten Fernsehsender in Deutschland. Im Jahr 2001 stand er auch für den Tatort "Verhängnisvolle Begierde" und den Fernsehfilm "Das Geheimnis meiner Mutter" – beides MDR-Produktionen – vor der Kamera. Er stand rund 30 Jahre lang als Darsteller und Regisseur auf der Bühne des Leipziger Schauspielhauses. Seine Arbeiten haben ihn während dieser Zeit zur besagten Leipziger Theaterlegende gemacht. 1997 verließ er jedoch das Leipziger Schauspielhaus. Es war in der Zeit, so erklärt Bellmann, als man nicht mehr fürs Publikum spielte, sondern für den Geschmack der FAZ. Dieter Bellmann war einige Monate arbeitslos. Eines Tages trug man ihm die Rolle des Prof. Simoni in Pilotfilmen für „In aller Freundschaft“ an. Der Hintergrund der ihm angedachten Rolle war gut, wie auch die Drehbücher an sich. So sagte Dieter Bellmann zu. Eine sehr gute Entscheidung, denn letztlich wurde Dieter Bellmann nicht nur in den alten Bundesländern, sondern in vielen Ländern der Welt bekannt. Diese Serie hat sich zu einem Renner in der ARD entwickelt. Schaut man sich die Quoten an, stellt man sehr schnell fest, dass dienstags „In aller Freundschaft“ die Einschaltquote direkt hinter der Tagesschau liegt. Und darauf dürfen die Akteure sehr stolz sein.  

Seine "unsichtbare" Karriere begann schon während der Studienzeit: Für eine Mark pro Seite sprach er Bücher auf Tonband für die Zentralbücherei für Blinde. Kurz danach kam er in die Stimmenkartei der DEFA-Synchron. Schnell wurde die sonore Stimme des dialektfreien Sachsen einem Millionenpublikum bekannt. Als Synchronsprecher lieh er sie Alain Delon, Donald Sutherland, dem Gaucho der Marx Brothers, Jean Paul Belmondo, James Mason und Jonathan Price. Außerdem inszenierte Dieter Bellmann zahlreiche Kabarett-Produktionen. Dem Kabarett hält er bis heute die Treue, sein "Loriot-Abend" läuft erfolgreich in der Leipziger "Funzel". Zudem arbeitet er als Sprecher für die unterschiedlichsten Fernsehsender in Deutschland.

Im Jahr 2001 stand er auch für den Tatort "Verhängnisvolle Begierde" und den Fernsehfilm "Das Geheimnis meiner Mutter" – beides MDR-Produktionen – vor der Kamera.  Aus dieser Tätigkeit rührt auch, dass der Schauspieler eines Tages Hörspiele auf CD sprach. Hier seien zum Beispiel: ‚Bellmann liest Anton Tschechow’, ein Meisterwerk der gehobenen Unterhaltung. Jetzt zur Weihnachtszeit interessant, Charles Dickens: ‚Das Weihnachtslied’, gelesen von Dieter Bellmann. Und wo wir beim Thema Stimme sind, Dieter Bellmann ist die deutsche Stimme von Donald Sutherland und Jean Paul Belmondo. Nähere Informationen unter: http://www.hoerwerk-leipzig.de Wer das Glück hat, in und um Leipzig zu wohnen, kann Dieter Bellmann und seine Ehefrau Astrid Bellmann-Höschel, zusammen mit Frank Sieckel und Stephan König am Piano, in einem Tschechow-Abend erleben unter dem Titel: „Ein Mieder, Größe 48!“ und zwar im Frosch Café &Theater. Viele gelobt ist auch der von Dieter Bellmann gestaltete Abend im Frosch Theater »Kein Applaus für Podmanitzki« - Ein Kishon Abend. Ein satirischer Abend für einen Schauspieler und einen Pianisten. Bellmann zeigt hier sein ganzes schauspielerisches Können, er ist Podmanitzki!! Übrigens, Dieter Bellmann würde sehr gerne einen Kriminalkommissar spielen. Und uns verriet er schon, wie er diese Rolle anlegen würde. Eigentlich müssten die Verantwortlichen der ARD, MDR oder dem ZDF nur seine Idee aufgreifen, um uns Zuschauer wirklich mit einer außergewöhnlichen Figur zu unterhalten.

Portraitfoto: © MDR/Jehnichen

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