Ehrung zum 25. Todestag
Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, hat von 1982 bis zu seinem Tod 1985 in der Martinstraße in Bornheim-Merten bei seinem Sohn Rene Böll gelebt. Zusammen mit seiner Frau Annemarie fand er seine letzte Ruhestätte auf dem alten Friedhof in Merten.
Während einer kleinen Feierstunde im Rathaus von Bornheim wurde die Ehrenbürgerurkunde den Angehörigen Bölls überreicht. Hierbei unterstrich in einer beeindruckenden Würdigung Bürgermeister Wolfgang Henseler, dass der Beschluss zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft einstimming im Bornheimer Stadtrat fiel, was zu Lebzeiten Bölls, ja nicht immer der Fall war. Er erinnerte daran, wie Böll für sein gesellschaftspolitisches Engegement und Einmischung in Ost("Herbergsvater dissidierender Wanderburschen")und West ("Sympathisant der RAF") verleumdet wurde. Eben dieser nicht immer einfache Kampf für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte, für die sich Heinrich Böll unermüdlich einsetzte, sollte mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt werden.Doch der Rheinländer Boll war nicht nur Kämpfer, hierzu ein Zitat aus der Rede des Bürgermeisters:"Heinrich Böll war gebürtiger Kölner, fühlte sich als Rheinländer,lebte gerne hier in Bornheim-Merten von seiner Mentalität und seiner Wesensart her war er jemand von hier. Heinrich Böll brachte in seinen Werken auch viele Liebeserklärungen, aber auch einige kritische Anmerkungen, an seine Geburtsstadt Köln und das Rheinland zum Ausdruck. Unsere Gegend das Vorgebirge (zum Siebengebirge) kommt in seinen Beschreibungen auch vor. Lassen Sie mich daraus zitieren: „Der ärztlich verordnete Pflicht-Spaziergang vor oder nach der Arbeit? Wenn vor, wohin? Die große Runde bis an den Rand von Rösberg? Den Nonnenberg? Trippelsdorf? Friedhof? Oder nach Brühl in den Schlosspark? Falkenlust? Oder rauf auf die Mertener Heide?“ Und Heinrich Böll machte sich bei Spaziergängen Gedanken über sein Gehen, sammelte Eindrücke der Landschaft hier bei uns: „Beim Spaziergang kann ich auch „richtig arbeiten“, wenn auch nicht schreiben. Wohin ich auch gehe: Gemüsefelder, blaugrüne Lauchfelder, hellgrün der Kopfsalat, violett-blauer Kohlrabischimmer, weiß-grün der Blumenkohl, im Frühjahr die blühenden Obstbäume, die einmal Kölner Ausflugsziel waren: Man fuhr in die Baumblüte.“













