hilfe invertiert original schwarzweiss weissschwarz
Druckfunktion klein normal mittel gross
Navigation & Sitemap

Magazin-Bereich: Medien

Druckfunktion

west.art am sonntag

Berufswunsch: Hartz IV – Lohnt sich arbeiten in Deutschland noch?

WDR Fernsehen, 14.03.2010, 11.00 - 12.25 Uhr

Bettina BöttingerSeit Bundesaußenminister Guido Westerwelle mit Blick auf Hartz IV von „anstrengungslosem Wohlstand“ und „spätrömischer Dekadenz“ gesprochen hat, reißt die Diskussion über die Grenzen unseres Sozialstaats und die Frage, ob sich Arbeit eigentlich noch lohnt, nicht ab. Anlass für west.art am Sonntag, der hitzig geführten Debatte auf den Grund zu gehen: Profilieren sich der FDP-Chef und seine Fürsprecher auf Kosten der sozial Schwächsten? Treibt die Rede von den angeblichen Sozialschmarotzern einen Keil in unser Gemeinwesen, in dem Arm und Reich ohnehin immer weiter auseinander driften? Müssten wir – statt über die Höhe von Regelsätzen oder den Einsatz von Langzeitarbeitslosen in gemeinnützigen Einrichtungen zu streiten – nicht vielmehr grundsätzlich über Sinn und Wert der Arbeit nachdenken?

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Der Anteil der Geringverdiener wächst. Immer mehr Menschen leben in Deutschland von staatlichen Transferleistungen. Auch die so genannten „prekären Beschäftigungsverhältnisse“ haben zugenommen. Welche Bedeutung hat die Arbeit heute für den Einzelnen? Geht es vor allem um die Sicherung der Existenz oder verbinden wir mit einem Job eben doch mehr? Hat ein Arbeitsplatz auch etwas mit Identität, Selbstwertgefühl und sozialer Zugehörigkeit zu tun? Darüber diskutiert Moderatorin Bettina Böttinger mit ihren Gästen. Im WDR-Foyer begrüßt sie am 14. März:

Gunther Clemens

Der Hartz-IV-Empfänger ist aufgrund gesundheitlicher Probleme seit sechs Jahren arbeitslos. Er fühlt sich von Guido Westerwelle diskriminiert und hat den FDP-Chef angezeigt.

Ulrike Herrmann

Die Kriminalisierung der Armen erfüllt eine politische Funktion, meint die Journalistin und Autorin: „Plötzlich ist es nicht mehr anstößig, dass die Einkommen extrem ungleich verteilt sind, sondern dass die unteren Schichten überhaupt einen Anteil am Wohlstand erhalten.“

Heinrich Schafmeister

Der Schauspieler weiß als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) um die Nöte seiner Kollegen, von denen viele bei Hartz IV gelandet sind.

Hilmar Schneider

Der Arbeitsmarktexperte plädiert für eine Zwangsverpflichtung Langzeitarbeitsloser: „Eine Grundsicherung ohne Gegenleistung hat die fatale Konsequenz, dass sie die Bereitschaft, einfach bezahlte Jobs anzunehmen, massiv behindert.“

Ulrike Schramm-de Robertis

Die Einzelhandelsverkäuferin kennt sich mit den Arbeitsbedingungen von Billigmärkten aus. Ihr Buch „Ihr kriegt mich nicht klein – Eine Discounter-Angestellte kämpft um ihre Rechte“ ist ein mutiges Plädoyer, sich nicht alles gefallen zu lassen.

Redaktion Barbara Brückner

Foto: © Edmond Frederik


Startseite : Impressum : Kontakt  ]
© Senioren OnLine, 1999 - 2005