Am Dienstag (23. Juni) haben Spezialeinheiten aus Sachsen fünf Männer im Alter von 25 bis 28 Jahren in Leipzig festgenommen. Das Quintett steht im Verdacht, mehr als 1000 Kontodaten ausgespäht und so einen Schaden von rund einer halben Million Euro angerichtet zu haben.
Seit letztem Herbst sind die Ermittler des Kommissariates 23 - zuständig für die Bekämpfung deliktsübergreifender organisierter Kriminalität - den Mitgliedern einer europaweit agierenden Bande auf der Spur. Die Gruppe aus dem osteuropäischen Raum hatte sich auf das Ausspähen von EC-Kartendaten, auch "Skimming" genannt, spezialisiert. Meist durch angebrachte Aufsätze an den Türöffnern der Bankvorräume wurden die Bankdaten ausgelesen und mit eingebauten Minikameras an den Geldautomaten die Pinnummern abgefilmt. Mit den erspähten Kontodaten wurden gefälschte Zahlungskarten - sogenannte "white plastics" hergestellt. Die im Bundesgebiet erlangten Daten wurden meist unmittelbar nach der Tat im europäischen Ausland, wie Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Österreich, Slowakei und Rumänien eingesetzt. An dortigen Geldautomaten wurden mit den "white plastics" größere Geldbeträge abgehoben.
Der 28-jährige Kopf der Gruppe koordinierte seine Mitglieder aus einer angemieteten Wohnung in Leipzig. Er sorgte auch für den Transport der "Skimminggeräte".
Bisher hat die Ermittlungskommission (EK) "Calatorie" dieser Bande neben Tatorten in Köln, auch weitere in Berlin, Bielefeld, Bonn, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Troisdorf und Wuppertal zugeordnet. In Köln gab es zwei Tatorte mit etwa 250 Geschädigten und einer Schadenssumme von circa 190.000 Euro.
Immer in wechselnder Tatbeteiligung reisten die Festgenommenen meist in Kleingruppen von drei bis fünf Personen aus dem Ausland nach Deutschland. Am Festnahmetag war die Bande gerade auf der Rückreise von Paris nach Leipzig.
"Nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden in Rumänien gelang es letztlich, die Täter zu ermitteln und dingfest zu machen", erklärte ein Kriminalist der EK "Calatorie". Die polizeibekannten Festgenommen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern weiter an.
Weitere Informationen, um sich vor "Skimmingfällen" zu schützen, finden Sie auch unter www.polizei-beratung.de und www.polizei-nrw.de/lka/start/article/skimming .













