Der TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann hat das Gefängnis in Mannheim verlassen. Zuvor hatte das Oberlandesgericht in Karlsruhe den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben und damit der Haftbeschwerde des 52-jährigen Schweizers stattgegeben
Da zum jetzigen Zeitpunkt kein dringender Tatverdacht und damit keine Fluchtgefahr mehr bestehe, ordnete der Senat die Freilassung Kachelmanns aus der Untersuchungshaft an. Das Landgericht Mannheim hatte den Antrag des Moderators vor wenigen Wochen als unbegründet verworfen. Kachelmann saß wegen des Verdachts der Vergewaltigung seit dem 20. März in Mannheim in Untersuchungshaft.
Zur Begründung hieß es, die Nebenklägerin sei die einzige Belastungszeugin und deshalb "Aussage gegen Aussage" stehe.
Jörg Kachelmann wurde 1958 in Lörrach geboren und wuchs im schweizerischen Schaffhausen auf. 1990 gründete er den Wetterdienst Meteomedia. 2002 übernahm er in der ARD die Sendung "Das Wetter im Ersten" vor der "Tagesschau" und nach den "Tagesthemen".
Falschbelastungsmotive könnten bei ihr nicht ausgeschlossen werden. Sowohl bei der Anzeigeerstattung als auch im Ermittlungsverfahren habe sie teils unzutreffende Angaben gemacht. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich die Verletzungen selbst beigebracht habe, hieß es weiter.
"Justizskandal Grenzen gesetzt"
"Der Beschluss des Oberlandesgerichts Karlsruhe hat einem Justizskandal Grenzen gesetzt", sagte Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock. Man bereite sich jetzt konzentriert weiter auf die Hauptverhandlung vor.
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