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Wie geht es weiter mit dem Historischen Archiv - Kölner „Stiftung Stadtgedächtnis“ offiziell gegründet

Stadt, Land und Kirchen besiegeln das Gemeinschaftsprojekt

Von Egon Schlesinger
Umstände und Ursachen des Einsturzes des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 sind nach wie vor ungeklärt. Nur über die Folgen dieser einzigartigen Katastrophe weiß man einiges: 30 Regalkilometer mit wertvollsten Dokumenten und Zeugnissen aus 1200 Jahren europäischer Geschichte, darunter die Nachlässe und Schriften von Albertus Magnus, Konrad Adenauer und Heinrich Böll wurden verschüttet und sind teilweise zerstört. Inzwischen ist es durch großen Einsatz von Menschen und Material gelungen ca. 85 % der Archivalien aus dem Schutt zu bergen und auf sog. Asylarchive zu verteilen. Nach Bergung der  letzten 15 %  stehen die Arbeiten zur Restaurierung der gesamten Schätze an, welche  ca. 350 Mio € kosten und 30 Jahre dauern werden. Die Koordinierung und nachhaltige Finanzierung dieser Maßnahmen soll eine gemeinschaftliche Stiftung übernehmen

Auf einem Empfang im Historischen Rathaus der Stadt Köln haben am 12. Juli 2010 die Grüdungsstifter die Stiftung Stadtgedächtnis förmlich konstituiert. Oberbürgermeister Jürgen Roters, Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff für das Land Nordrhein-Westfalen, Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp in Vertretung von Erzbischof Joa­chim Kardinal Meisner und Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, unterzeichneten die Gründungsurkunde. Vorausgegangen war die Grüdungsitzung der Stiftung. Zu dem Empfang hatte die Stadt Köln auch zahlreiche Persölichkeiten eingeladen, die die Konstituierung des Gemeinschaftsprojekts förderten.

Die Stiftung soll Finanzmittel beschaffen, um die Restaurierung und Instandsetzung der geborgenen Dokumente(inzwischen 85 % des Gesamtbestandes) aus dem eingestürzten Historischen Archiv in den kommenden Jahren zu unterstützen. Das Geld ergänzt die städtischen Mittel, die für diesen Zweck in den Haushalt eingestellt sind. Außerdem setzt sich die Stiftung für die Zusammenfürung der Bestände sowie deren Digitalisierung, Erforschung und eine wissenschaftliche Begleitung ein.

Der Stiftung Stadtgedächtnis steht dank der Spenden der Gründungsstifter ein Kapital von 3,12 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund und der Landschaftsverband Rhein­land haben zugesagt, die Stiftung ebenfalls finanziell zu unterstützen. Das Stiftungskapi­tal belauft sich daher auf eine Summe von 4,17 Millionen Euro. Mit Ratsbeschluss vom 10. September 2009 stellt die Stadt Köln der Stiftung außerdem weitere drei Millionen Euro als Spende bereit.

Die rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts setzt sich aus dem Kuratorium, dem Vorstand und dem Vorstandsvorsitzenden zusammen, wobei das Kuratorium den Vor­stand kontrolliert. Dieser wiederum übernimmt unter anderem die gerichtliche und au­ßergerichtliche Vertretung der Stiftung. Dem Vorstandsvorsitzenden kommt nach der Stiftungssatzung eine starke Stellung zu. Er handelt für die Stiftung und führt ihre lau­fenden Geschäfte.

Die Kulturverwaltung bemüht sich darum, Räumlichkeiten für die Stiftung zu finden. Ge­meinsam mit einem kleinen Team soll der Vorstandsvorsitzende von dort aus selbst­ständig arbeiten können, um die Ziele der Stiftung so gut wie möglich zu verwirklichen.

- pal -


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